Miriam Hüning

Der Ausgangspunkt meiner Arbeit »Studien der Künstlichkeit« ist das Aufsuchen von bestimmten Orten, die bei mir eine gewisse Vorstellung eines Bildes hervorrufen. Um diese Vorstellung zu verbildlichen, kombiniere ich mehrere Aufnahmen eines Ortes in einer digitalen Bildcollage. »Das wesentliche Merkmal der digitalen Information ist, daß sie leicht und sehr schnell mit einem Computer manipuliert werden kann. Man muß einfach nur alte Zahlen durch neue ersetzen ...Rechenwerkzeuge zur Transformation, Kombination, Veränderung und Analyse von Bildern sind für digitale Künstler genauso wesentlich wie Pinsel und Pigmente für den Maler.« (Amelunxen, Fotografie nach der Fotografie) Wobei zu Beginn des Arbeitsprozesses noch das konstruierte Bild und die Scheinwirklichkeit besonders präsent ist, lösen sich die zuletzt entstandenen Aufnahmen zunehmend von dem Begriff der Künstlichkeit und gehen von der offensichtlich inszenierten Bildwelt in die reale Wirklichkeit über. Es entstehen neue Räume, die dem Betrachter nicht gleich ihre Konstruktion offenbaren. Manche Bilder weisen den Betrachter direkt auf ihren Herstellungsprozess hin. Andere werden gar nicht als collagierte Szenen deutlich und nur durch subtile Hinweise enttarnt. »[...] Der Akt der Manipulation ist stets transitiv, bezieht sich also immer auf ein manipuliertes oder zu manipulierendes Objekt. Dabei impliziert der Begriff der Manipulation einerseits, daß dieses Objekt tatsächlich in einer Art neutralem Zustand aufgenommen werden kann. [...] Und kann es überhaupt so etwas wie ein neutrales, also unmanipuliertes fotografisches Bild geben?« (Ralf Christofori,Bild-Modell-Wirklichkeit)

Text